Kinds-, Opfervertretungen sowie Verfahrensbeistandschaften im Familien-, Kindes- und Erwachsenenschutz- und Strafrecht

Institut

Allgemeines

Das Institut für Kindsvertretung ist ein unabhängiges Schweizerisches Institut für die Vertretung von Kindern und Jugendlichen. Das Institut ist nur den Kinderrechten verpflichtet, dabei religiös und politisch neutral und unabhängig.

Das Institut setzt sich dafür ein, dass die Schweiz – insbesondere die rechtsanwendenden Behörden (etwa die KESB) und Gerichte sowie weitere Beteiligte – die Kinderrechte ernst nimmt und einhält. Dazu gehören u.a. das Recht der minderjährigen Person in einem sie unmittelbar betreffende Verfahren gehört (Recht auf eine Kindesanhörung) und zumindest bei nicht leichten Grundrechtseingriffen durch eine dafür qualifizierte Fachperson auch vertreten zu werden (Recht auf eine Rechts- bzw. Kindsvertretung).

Das Institut wurde im Jahre 2019 durch Herrn Dr. Herzig gegründet.

Rechtsgrundlagen für die Vertretung von Minderjährigen

Die wichtigsten Rechtsgrundlagen für die Vertretung von Kindern und Jugendlichen bilden die UNO-Kinderrechtskonvention, die Schweizerische Bundesverfassung (BV), das Schweizerische Zivilgesetzbuch (ZGB), die Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO) sowie das Straf- und Jugendstrafrecht (StPO und JStPO/JStGB).

Rechts- bzw. Kindsvertretung in der Behörden- und Gerichtspraxis

Das Institut vertritt in Behörden- und Gerichtsverfahren respektive Prozessen Kinder und Jugendliche und berät diese und auch Eltern sowie die Justiz. Dabei kann es sich etwa um die Kindsvertretung in einem familienrechtlichen Verfahren (Eheschutz/Scheidung und Kindesschutzverfahren) oder einem strafrechtlichen Verfahren (Jungendstrafrecht; minderjährige Opfer in Strafverfahren) handeln.

(1) Das Institut für Kindsvertretung übernimmt (Rechts-)Vertretungen im Sinne von Kindsvertretungen/Kindsverfahrensvertretungen/Verfahrensbeistandschaftenin familienrechtlichen Verfahren. Dabei kann es sich etwa um ein Eheschutz- und Scheidungsverfahren oder ein Kindesschutzverfahren handeln. Die gesetzlichen Grundlagen bilden dabei insbesondere Art. 299 f. der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO) und Art. 314abisdes Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) sowie Art. 12 der UNO-Kinderrechtskonvention.

(2) Das Institut für Kindsvertretungen übernimmt (Interessens-)Kollisionsbeistandschaften bzw. Fachbeistandschaften in zivilrechtlichen und strafrechtlichen Verfahren/Vertretungen von minderjährigen Opfern in Strafverfahren (StGB/StPO). Die gesetzliche Grundlage bildet dabei insbesondere Art. 306 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB).

(3) Das Institut für Kindsvertretungen übernimmt die Vertretung von jugendlichen Beschuldigten in Jugendstrafverfahren (JStGB/JStPO). Die gesetzlichen Grundlagen bilden dabei insbesondere Art. 23 ff. der Jugendstrafprozessordnung (JStPO).

Forschung und Lehrtätigkeit

Das Institut forscht zu den Kinderrechten sowie der Rechtstellung von Kindern und Jugendlichen in behördlichen und Gerichtsverfahren. Es arbeitet dabei interdisziplinär und anwendungsorientiert mit ausgewählten Kooperationspartnern zusammen  und beobachtet die Kinderrechtssituation und deren Umsetzung in der Behörden- und Gerichtspraxis der Schweiz. Hierzu erarbeitet das Institut auch wissenschaftliche Publikationen, welche direkt in die bundesgerichtliche und kantonalgerichtliche Rechtsprechung einfliessen und damit die Rechtsstellung von Minderjährigen stärken können.

Des Weiteren hält das Institut bzw. Herr Rechts- und Kinderanwalt Dr. Herzig Referate an wissenschaftlichen Tagungen und Weiterbildungen. Zudem ist er an Universität und Fachhochschulen Lehrbeauftragter.

Forum

Das Institut versteht sich auch als Forum für den Austausch zwischen Staat (Gesetzgeber, Justiz) und Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Praxis, nationalen und internationalen Akteuren. Das Institut bzw. Herr  Dr. Herzig ist Mitglied im Internationalen Forum für das Kind. Dieser Verein ist ein Zusammenschluss von Fachpersonen aus dem deutschsprachigen Raum, die alle im Bereich des Kinderschutzes und der Kindesinteressenvertretung von Kindern und Jugendlichen in der Praxis oder Forschung tätig sind. Der Verein bezweckt die Förderung einer qualitativ hochstehenden Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen sowie der Kinderrechte auf der Basis der UNO-Kinderrechtskonvention, insbesondere in Gerichts- und Verwaltungsverfahren, und nutzt dazu praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse. Der Verein fördert die Vernetzung zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem Ziel einer Auseinandersetzung mit der Kindesinteressenvertretung aus verschiedenen fachlichen und methodischen, namentlich auch inter- und transdisziplinären, Perspektiven; regt zu Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Kindesinteressenvertretung an und koordiniert entsprechende Vorhaben; fördert Publikationen zu diesen Themen; ermittelt Best Practices und trägt zu deren Etablierung bei; setzt Impulse in den Bereichen Aus-, Fort- und Weiterbildung und veranstaltet Tagungen. Zudem ist Herr Dr. Herzig zertifiziertes Mitglied von Kinderanwaltschaft Schweiz sowie Mitglied des Schweizerischen Anwaltsverbandes.

Honoré Daumier (1808 – 1879) war ein französischer Maler, Bildhauer, Grafiker und Karikaturist. Bedeutend sind seine politischen und sozialkritischen Karikaturen.